Reitbegleithund – Ausreiten mit Hund und Pferd

Wissen

von Julia Sommer - 30.07.2014

Hundebesitzer sind im Allgemeinen meist auch anderen Tierarten als Hunden nicht unaufgeschlossen. Ist der Hundefreund auch Pferdefreund, so liegt es nahe, dass beide Vierbeiner zusammen bewegt werden, z.B. bei einem gemeinsamen Ausritt. Damit der Traum vom entspannten Ausritt zu dritt nicht zum Albtraum wird, sind einige Voraussetzungen zu berücksichtigen. Das Wichtigste ist eine solide Grundausbildung von Hund, Pferd und Reiter.

Voraussetzungen für gemeinsame Ausritte
Natürlich sollte der Reiter sicher im Sattel sitzen und die wichtigsten Hilfen, wie das Durchparieren zum Anhalten des Pferdes, sicher beherrschen. Um das Zusammenspiel von Pferd und Reiter zu sichern, muss das Pferd eine solide Grundausbildung genossen haben. Dazu gehört auch, dass das Pferd ohne zu zappeln still stehen kann.

Der Hund sollte eine gute Erziehung erhalten haben. Grundkommandos müssen aus dem Effeff abgerufen werden können. Bei Hunden, die gerne mal Menschen anspringen, ist besondere Vorsicht geboten, denn Pferde verzeihen ein solches Verhalten nicht so leicht wie manche Menschen. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Hund Sie auch vom Sattel des Pferdes aus ernst nimmt und auf Ihre Kommandos hört. Empfehlenswert ist es, den Gehorsam des Hundes auf dem Reitplatz zu üben.

Die wichtigste Voraussetzung ist natürlich, dass Hund und Pferd gut miteinander auskommen. Bei einem eigenen Pferd oder einer Reitbeteiligung bietet es sich an, den Hund erst einige Male mit in den Stall zu nehmen und vom Boden aus an das Pferd zu gewöhnen. Dies geschieht am besten zuerst an der Leine. Wenn der Hund anfängt, auf das Pferd zuzurennen oder es anzubellen, ist ein scharfes „Nein!“ notwendig.

Eine gute Möglichkeit, die beiden Vierbeiner aneinander zu gewöhnen und die Verträglichkeit untereinander zu testen, ist ein gemeinsamer Spaziergang.

Besonderheiten bei Jagd- und Hütehunden
Hütehunde sind oft übereifrig und versuchen, das Pferd alleine von der Wiese zu „treiben“. Bei ängstlichen Pferden kann es schnell zu einer gefährlichen Situation für den Hund kommen. Um das zu verhindern, muss der Hütetrieb frühzeitig unter Kontrolle gebracht werden. Jagdhunde neigen hingegen dazu, bellend auf das Pferd zuzustürmen. Hier ist eine richtige Vorbereitung auf das fremde Tier, sowie ein gut erzogener Hund das A und O.

Haben Pferd und Hund genügend Zeit um einander kennenzulernen, ist gute Basis für einen gemeinsamen Ausritt geschaffen. Anfangs ist eine zweite Person hilfreich, die den Hund an der Leine neben dem Pferd herführt. Klappt das, kann der Reiter die Leine selbst übernehmen.

Das richtige Tempo
Für die ersten Austritte empfiehlt es sich, das Tempo niedrig zu halten. Im Schritt kann der Hund auf jeden Fall mithalten und für den Reiter ist es weniger kompliziert, Hundeleine und Zügel zu sortieren. Wenn die ersten Schrittausritte mit Leine gut geklappt haben, kann man es auch ohne versuchen – vorausgesetzt, es herrscht keine Leinenpflicht (diese hängt vom Jagdgesetz des jeweiligen Bundeslandes ab).

Als Hundehalter kann man die Ausdauer seines Vierbeiners in der Regel gut einschätzen. Ist der Hund fit genug, steht auch längeren Ausritten mit Trab- und Galoppstrecken nichts im Wege. Ein ausgedehnter Ausritt mit gelegentlichen Tempi-Wechseln ist eine wunderbare Möglichkeit, dem Bewegungsdrang des Hundes gerecht zu werden.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Ich stimme zu x